Dienstag
28. Sept. 2010

20 Uhr

Villa Ichon

Goetheplatz 4
28203 Bremen

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Dr. h. c., Dr. h. c. Heinrich Hannover, Worpswede

Reden vor Gericht

Heinrich Hannover hat als Strafverteidiger Geschichte geschrieben. In seinem gerade veröffentlichten Buch sind Plädoyers aus dem Bereich des politischen Strafrechts wie dem der »nichtpolitischen« Kriminalität zusammengestellt und zeitgeschichtlich eingeordnet.
Etliche Verfahren haben aufgrund der Prominenz der Beteiligten große Beachtung gefunden. So die gegen Lorenz Knorr wegen »Beleidigung« von Hitler-Generälen als Massenmörder (1964), gegen Daniel Cohn-Bendit wegen Sachbeschädigung (1968), gegen Karl Heinz Roth (1977) und Astrid Proll (1979 / 80), die trotz falscher Zeugenaussagen von Polizeibeamten von der Anklage des Mordes und Mordversuches freigesprochen wurden, und Hans Modrow (1993). Internationales Aufsehen erregte insbesondere der Prozess gegen einen SS-Funktionär wegen Beteiligung an der Ermordung von Ernst Thälmann im KZ Buchenwald. Hier vertrat Hannover die Nebenklage (1982 – 1987). Heinrich Hannover wird über seine Tätigkeit vor Gericht berichten und dazu bisher noch nicht veröffentliche Tonaufnahmen seiner Plädoyers aus dem Gerichtssaal zu Gehör bringen. Diese Aufnahmen sind einmalige Dokumente bundesdeutscher Justizpraxis und machen den jeweiligen Zeitgeist unmittelbar spürbar.

Heinrich Hannover war Strafverteidiger. Er ist Verfasser zahlreicher Veröffentlichungen, u. a. des zweibändigen Werks „Die Republik vor Gericht. Erinnerungen eines unbequemen Rechtsanwalts”. Weit verbreitet sind seine zahlreichen Kinderbücher, mit denen Generationen junger Menschen aufgewachsen sind.