Dienstag
15. Februar 2011

20 Uhr

Villa Ichon

Goetheplatz 4
28203 Bremen

Stadtplan

Bus/Bahn

 

Dr. Thomas Wagner, Berlin

Peter Sloterdijk als herrschaftszynischer Wortakrobat. Seine Philosophie der Ungleichheit und ihr ideologischer Kontext

Peter Sloterdijk hat sich in letzter Zeit mehrfach zu politischen Themen geäußert. In dem Artikel “Die Revolution der gebenden Hand“ fordert er, dass den Vermögenden nicht mehr Steuern abverlangt werden, sondern ihnen die Chance zu stolzen, freiwilligen Geschenken nach unten gegeben wird. Außerdem hat er in seiner „Notiz zur Kritik der Generationenvernunft“ die „Alten“ als bedrohende Weltmacht hingestellt, der entgegenzutreten ihm als gerechtfertigt erscheint. Sie sind für ihn eine „Klasse“ von „Unproduktiven“. Diese Beispiele machen schon deutlich, dass Sloterdijk mit seiner Philosophie dem Neoliberalismus sehr entgegenkommt. Der Vortrag wird darstellen, wie Sloterdijk dazu kommt, wie er argumentiert und in welchen ideologischen Denkmustern er sich bewegt.

Thomas Wagner ist Kultursoziologe und Publizist. Wagner schreibt als freier Autor u. a. für die „junge Welt“, „wochenzeitung“, und „Graswurzelrevolution“. Für sein Buch „Herrschaftsfreie Institutionen“ (zusammen mit Rüdiger Haude) wurde er mit dem Wissenschaftspreis der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen ausgezeichnet. Buch-Veröffentlichung zum Thema des Vortrags: „Sloterdijks Weg vom Zynismus-Kritiker zum Herrschaftszyniker“ (zusammen mit Jan Rehmann), 2009.