Donnerstag
31. März 2011

20 Uhr

Villa Ichon

Goetheplatz 4
28203 Bremen

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Prof. Dr. Helmut Peters, Berlin

China im Wandel

In China vollzieht sich das größte und bedeutendste Experiment unserer Zeit, für das keinerlei Erfahrungen vorliegen – der Versuch, unter Führung einer kommunistischen Partei und unter Ausnutzung des Kapitalismus aus einer spätmittelalterlichen Gesellschaft zum Sozialismus überzugehen. Im bisherigen Ergebnis der Reform- und Öffnungspolitik der KP Chinas ist China bereits zu einem Land mit globalem Einfluss geworden. Die Welt spricht von dem chinesischen Entwicklungsmodell, das sich unübersehbar von der Krise des Kapitalismus abhebt. Es ist jedoch auch nicht zu übersehen, dass in der ökonomischen Basis und im politisch-ideologischen Überbau der VR China vielschichtige Probleme aufgekommen sind, die nicht alle
zu den genannten Entwicklungswidersprüchen zu zählen sind. Verwiesen sei auf die soziale Polarisierung in Arm und Reich, die Auseinandersetzungen zwischen Arbeit und Kapital und den Widerspruch zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Erhaltung der Umwelt. Die KP Chinas ringt darum, diese Probleme mit dem Übergang zu einer effektiveren und nachhaltigen Wirtschaftsweise in den Griff zu bekommen.

Helmut Peters ist Sinologe. Seit den 1950er Jahren war er mehrfach zu Studienaufenthalten in der VR China. Er war Leiter des Forschungsbereichs China an der Akademie für Gesellschaftswissenschaften und arbeitete zeitweise im diplomatischen Dienst der DDR in der VR China. 2009 erschien sein Buch "Die VR China - Vom Mittelalter zum Sozialismus. Auf der Suche nach der Furt."