Dienstag
12. April 2011

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Prof. Dr. Jörg Wollenberg, Bremen

Vor 66 Jahren: Buchenwalder Manifest für Frieden, Freiheit und Sozialismus

Im Februar 1944 gründete Hermann Brill federführend mit Sozialdemokraten (Ernst Thape, Benedikt Kautsky), Kommunisten (Walter Wolf, Johannes Brumme) und christlichen Demokraten (Werner Hilpert) ein illegales Volksfront-Komitee in Buchenwald. Es legte nach der Befreiung nicht nur das Buchenwalder Manifest vor, sondern veröffentlichte außerdem am 19. April 1945 „Entschließungen zur demokratischen Neuordnung Deutschlands“, die in Buchenwald ebenso von der ersten Mitliederversammlung der KPD wie von dem Manifest der demokratischen Sozialisten voll inhaltlich aufgenommen worden sind. Der von Hermann Brill in Weimar am 8. Mai 1945 gegründete „Bund demokratischer Sozialisten“ (BdS) sollte als weiterer Schritt auf dem schwierigen Weg zu diesem Ziel dienen. Aber der später durch Walter Ulbricht von oben befohlenen Einigung von SPD und KPD zur SED war er nicht bereit zu folgen. Denn „nicht eine Vereinigung von SPD und KPD, sondern einen neuen Organisationstyp wollen wir“. Dahinter stand eine Grundüberzeugung, für die Brill seit 1933 eintrat – als Antwort auf das von ihm kritisierte Versagen der KPD angesichts des aufkommenden Faschismus und des „geraden Weges der SPD in die Kapitulation.“

Jörg Wollenberg war Professor im Studiengang Weiterbildung an der Universität Bremen. Er veröffentlichte u. a. zahlreiche Arbeiten zur Geschichte der Arbeiterbewegung und zur regionalen Geschichte des Faschismus in Deutschland. Veröffentlichungen u. a. „Ahrensbök. Eine Kleinstadt im Nationalsozialismus“; „Den Blick schärfen - gegen das Verdrängen und Entsorgen: Beiträge zur historisch-politischen Aufklärung“.