| Donnerstag 19. Mai 2011 20 Uhr Goetheplatz 4 |
Prof. Dr. Lothar Peter, Bremen Was heißt symbolische Gewalt? Auch in westlichen Gesellschaften ist Gewalt längst zu einem alltäglichen Problem geworden. Dabei denkt man zuerst an U-Bahn- Schläger, Hooligans, Überfälle auf Ausländer, Vergewaltiger usw. Aber neben dieser körperlichen Gewalt gibt es noch andere Formen von Gewalt, die für die Aufrechterhaltung von Herrschaft in modernen kapitalistischen und patriarchalischen Gesellschaften eine wichtige Rolle spielen, oft aber nicht als solche erkannt werden. Das trifft auch auf "symbolische Gewalt" zu. Dieser Begriff stammt von dem französischen Soziologen Pierre Bourdieu, der sich, solange er lebte, in vielfältiger Weise im Kampf gegen die Machthaber und ihre "Eliten" in Wirtschaft, Politik und Kultur engagiert hat. Anknüpfend an Pierre Bourdieu will der Referent zeigen, worin symbolische Gewalt besteht und wie sie konkret funktioniert. Auch wird er danach fragen, welche Bedeutung symbolischer Gewalt und ihrer Bekämpfung in einem linken Politikverständnis zukommt. Lothar Peter war bis 2006 Professor für Soziologie an der Universität Bremen und ist Vertrauensdozent der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Er veröffentlichte ein umfangreiches wissenschaftliches Werk, u. a. „Französische Soziologie der Gegenwart“ und „Von den USA lernen? Zur Zukunft der Arbeits- und Sozialpolitik in Deutschland“.
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