Dienstag
7. Juni 2011

20 Uhr

Villa Ichon

Goetheplatz 4
28203 Bremen

Stadtplan

Bus/Bahn

 

Prof. Dr. Thomas Metscher, Ottersberg und Grafenau

Die Einheit der Vernunft als Epochenfrage.
Versuch einer materialistischen Begründung

Kulturalistische, analytische und poststrukturalistische Theorien der Gegenwart weisen jede Vorstellung einer universal für alle Menschen geltenden und strukturell einheitlichen menschlichen Vernunft zurück. Damit bestreiten sie auch die Vorstellung einer allen Menschen und Kulturen gemeinsamen menschlichen Natur. Sie setzen dagegen die Vorstellung einer Vielfalt der Rationalitäten, „Diskurse“, Kulturen, Lebensweisen und Individualitäten. Das Besondere und Partikulare treten an die Stelle des Gemeinsamen. Dagegen wendet sich das Denken Thomas Metschers. Für ihn gibt es ohne einen allgemein geltenden Vernunftbegriff keine Interpretation von Wirklichkeit und keinen zutreffenden Begriff der Gesellschaft. Die Begriffe der Menschenrechte, der Freiheit, Gleichheit und der Toleranz seien ohne einen allgemeinen, universal geltenden Vernunftbegriff nicht zu verstehen. Und ohne rationales Begreifen der Wirklichkeit sei auch deren humane Veränderung nicht möglich. Thomas Metscher wird sich in Vortrag und Diskussion mit dem irrationalen Denken der Gegenwart auseinandersetzen und sein marxistisches Konzept dagegen stellen.

Thomas Metscher lehrte an den Universitäten Belfast und Bremen. Publikationen u. a.: „Shakespeares Spiegel. Geschichte und literarische Idee“, 1995 ff.; „Mimesis und Ausdruck“, 1999; „Imperialismus und Moderne. Zu den Bedingungen gegenwärtiger Kunstproduktion“, 2009. 2010 erschien von ihm im Verlag Peter Lang, Frankfurt „ Logos und Wirklichkeit. Ein Beitrag zu einer Theorie des gesellschaftlichen Bewusstseins“.